and the living is easy pt 2: everybody loves sequels

DESTITUTION ist das Wort, was ich für die unten beschriebene Vorstellung gefunden habe, witzigerweise, nachdem ich diese Gedanken hatte. Absetzung.

und befreienderweise haben andere Leute die in unseren Zeiten leben, ähnliche Gedanken. das unsichtbare Komitee schreibt in JETZT (2017, nautilus verlag) vieles dazu, hier ein paar zusammengeschnurpfte Zitate:

“Destituere bedeutet auf Lateinisch: irgendwo hinstellen, von sich wegstellen; allein lassen; im Stich lassen; betrügen, hintergehen. Wo die konstituierende Logik auf einen Machtapparat prallt, über den sie die Kontrolle erringen möchte, ist die destituierende Macht eher darum bemüht, ihm zu entkommen, und ihm in dem Maß, wie sie an Einfluss auf die Welt gewinnt, die sie im Abseits formt, jede Macht über sich zu entziehen.”

“Es geht nicht darum, für den Kommunismus zu kämpfen. Was zählt, ist der Kommunismus, der im Kampf selbst gelebt wird. Die eigentliche Ergiebigkeit einer Aktion liegt in ihr selbst. Das bedeutet nicht, dass für uns die Frage irrelevant wäre, ob eine Aktion eine feststellbare Wirkung ghat. Es bedeutet, dass die Wirkmacht einer Aktion nicht in ihren Ergebnissen liegt, sondern in dem, was in ihr unmittelbar zum Ausdruck kommt. Was auf der alleinigen Grundlage von Anstrengung aufgebaut wird, bricht am Ende immer vor Erschöpfung zusammen.”

“Sich den Institutionen zu entziehen bedeutet überhaupt nicht, ein Vakuum zu hinterlassen, sondern diese positiv zu ersticken.”

“Die Justiz abzusetzen heißt, dass wir selbst lernen, unsere Streitfälle beizulegen, dass wir methodisch vorgehen, sie in ihrer Befugnis, Urteile zu fällen, lahmlegen und ihre Handlanger aus unserem Leben verjagen. (…) Die Regierung abzusetzen heißt, sich unregierbar zu machen. Wer spricht vom Siegen? Überstehn ist alles.”

“Die Destitution erlaubt zu überdenken, was man unter Revolution zu verstehen hat. Das traditionelle revolutionäre Programm beinhaltete, sich die Welt wieder anzueignen, die Eigentümer zu enteignen, sich gewaltsam anzueignen, was uns gehört, uns aber genommen wurde. (…) die revolutionäre Geste besteht unterdessen also nicht mehr in der schlichten gewaltsamen Aneignung von Welt, sondern aus zweierlei: Einerseits gilt es , Welten aufzubauen, abseits des Vorherrschenden Lebensformen wachsen zu lassen, die auch wiederverwerten, was beim gegenwärtigen Stand der Dinge wiederverwertet werden kann, und andererseits die Welt des Kapitals anzugreifen, schlicht zu zerstören.”

 

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