and the living is easy

wir brauchen keinen Fight Club
um die Bankgebäude einstürzen zu lassen
wir müssen keine Wolkenkratzer in die Luft jagen
um das Finanzystem zu beenden-
wir können einfach auf unsere eigene dezentrale Cryptowährung umsteigen.
wir machen die Banken einfach obsolet.
wir beachten sie nicht mehr und entziehen ihnen dadurch die Macht
KONTROLLE
über uns.

genau so, wie diese Taktiken Debatten im Finansystem verlaufen
stelle ich mir die Revolution für alle Lebensbereiche vor.
sie ist zwischen uns, entsteht in dem, was wir miteinander füreinander aufbauen
und nicht dadurch, dass wir den Riss zwischen oben und unten verschärfen.
die Hierarchien schaffen wir durch unsere Beziehungen ab
und es darf dazugekommen werden.
ein Schritt aus dem herrschenden System
und hin zur gelebten Utopie.

so kann das auch funktinieren mit dem Aufbau eigener Städte
eigener sozialer Medien
eigener Krankenkassen- und Sozialversicherungssysteme
eigener Rechtssprechung.
diese Dinge sind alle schon da oder im entstehen
DAS TOOLKIT
es gilt, nur noch, sie zu anzuwendesn,
Spass zu machen aus dem Ernst,
indem wir die eigenen Bedürfnisse vor den Bedeutungrahmen setzen
und selbst rumzimmern.

 

10 Jahre Krise

Marx hat Brecht hat uns gelehrt
WENN DIE NOT AM HÖCHSTEN
IST DIE RETTUNG AM NÄCHSTEN
das heisst, dass wir gelernt haben zu warten,
dass die Krise kommt
um die Revolution zu beginnen.
die Krise ist da,
seit zehn Jahren wird sie von allen Seiten ausgerufen
immer wieder neu
wird ein Ausnahmezustand der Verhältnisse beschwört
und schleichend, schleichend, schleichend
so leise, dass der Unmut nicht mithört
verschärfen sich die Gesetze
vermehrt sich die Überwachung
erhöht sich der Preis fürs Leben.

ich habe mein gesamtes Erwachsenenalter in dieser Krise verbracht.
das heisst, ich weiss gar nicht, wie es ohne Krise ist, das Leben.
ICH HABE VON DER KRISE NICHTS MITBEKOMMEN WEIL SIE NORMALITÄT IST
die Krise hat System.
so, tell me, what are we waiting for?
wirklich darauf, dass ein Messias kommt und uns erlöst?
oder darauf, dass es jetzt WIRKLICH schlimm wird?

es wird kein Moment kommen, in dem die sogenannte Mehrheit von der Revolution überzeugt ist
bevor sie passiert.
es wird überhaupt kein Moment kommen.

WAS WIR TUN KÖNNEN
Augenblicke erzeugen
die Tat als Festival
den Alltag radikalisieren
Spielen als politisches Statement
die Verhältnisse zwischen uns regeln
sowohl im ökonomischen als auch im sozialen
uns umeinander kümmern
statt um die Krise.

das heisst weder,
dass keine Aktionen mehr passieren sollen
noch,
dass jegliche Art von theoretischer Arbeit
zu Ende ist.
im Gegenteil
es geht darum, diese Dinge in unser tägliches Sein
die Freund*innenschaft
übergehen zu lassen.
nicht mehr länger auf den Untergang warten
sondern aus der Situation heraus handeln lernen.

JETZT

dieser Moment ist genau so gut wie jeder andere.

asking for something

today, I publicly asked for money for the first time.

I admit, it was asking for money in order to use it for something specific. I asked for money so I could buy myself a new laptop.

it’s a weird feeling. it’s considered one of the “worst” things to do in our society, I guess, a society whose ideas of social status and justice are built around labour and private property.

it’s also a good feeling, a feeling of experiment. and also, I think I’m really gonna get that laptop.

I want to be honest when it comes to money. I want to break the circle of silence. I want to publicly state my needs and issues. I want to be able to say that I have no time for labour because I spend all my time doing “work” for my community, for art, for myself. I try to be the change I want to see.

I am grateful everyday that I am able to do this kind of thing. I am grateful everyday that I am culturally and socially privileged enough to not having to do that much labour and at the same time being able to do what I think is right and important.

 

in Gletscherspalten greifen

“Die Situation bestimmt den Sinn einer Handlung, nicht die Absicht der
Urheber” – unsichtbares Komitee

In diesem Kurs wird gelesen, debattiert und vor dem Hintergrund der
jeweils eigenen Mittel und alltäglichen Rahmensituationen mit den
Gletscherspalten zwischen Theorie und Praxis experimentiert.
Er beschäftigt sich mit zwischenmenschlichen Kommmunikationsstrukturen,
die sich in Regeln, Normen und Konventionen äussern und fragt, wie sich
diese mit spielerischen und künstlerischen Methoden brechen und
beeinflussen lassen.
Dies geschieht anhand der gemeinsamen Analyse von Schnittstellen wie der
Kommunikationsguerilla, Games, Memes, Audiowalks und Ethereum Contracts,
sowie der theoretischen Auseinandersetzung mit Sprechakttheorie,
Geschichtsschreibung, Chaosmagie, Narration und Spieltheorie.
So werden praktische und theoretische Perspektiven an den Schnittstellen
von Kunst und Aktivismus, Utopie und Realität, digitalem und sozialem
Raum beleuchet und verhandelt.
Unabhängig vom konkreten künstlerischen Output (aka Form) wird
prozessorientiert reflektiert, diskutiert und ausprobiert, wo in
verschiedene Realitäten eingegriffen werden kann und wie neue entstehen
können.
der Kurs verknüpft kritische Theorie mit Kunst da, wo sie auf den Alltag
trifft und politisch wird. er erfordert deshalb die Bereitschaft aller
Beteiligter, die eigenen Skillsets für künstlerische Forschung zu
nutzen, Haltung zu aktuellen Geschehnissen zu beziehen und diese
Skillsets und Haltung immer wieder gegeneinander, die gelebte Realität
und den künstlerischen Aktionsradius abzugleichen.
Textmaterial wird zu Beginn des Kurses zur Verfügung gestellt und ist ab
da verhandelbar.

Seminar an der HfbK, ab dem 12. Oktober jeden zweiten Donnerstag von 14:00 bis 18:30, Raum 213 (erste Sitzung: Raum 229).

grob umfasste Literatur:

– Handbuch der Kommunikationguerilla (gruppe A.F.R.I.K.A)
– How to do things with words (j.l. austin)
– the tyranny of structurelessness (jo freeman)
– the cardinal rites of chaos (circle of chaos)
– das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischer Reproduzierbarkeit (walter benjamin)
– language, counter-memory, practice (Foucault)
– Utopia of Rules (d. graeber)
– Kollaboration (Mark Terkessidis)
– Die Schülerschule (scuola die barbiana)

 

“rules to live by”

I currently find myself thinking about the idea of rules for living. on one hand, there are the known constants of rules in society: laws, norms and conventions. all these could be subsumed under the idea of rules we live by (mainly focused on co-existence). on the other hand, there are individual behaviours that follow certain patterns, be it conscious or not:  f.ex. how I decide to react upon catcalls or compliments depending on who made them and in what situation I am. these patterns could also be subsumed into a complex rule system I live by, my operating system.

between these mostly social and mostly individual rules there is a third category that, in a way, includes both sides: religious rules/ ethics. f.ex. the ten commandements or the wiccan rede. they are less specific than laws, rather a rough and interpretable guidance and less personal than my operating system, but definitely knit closely to a certain way of living.

so I began collecting rules I live by on this level and found that they are surprisingly high in number, my list is not yet exhausted. during the next weeks, I want to polish this list and make it publisheable, so that it can be compared to others. in a way I think this could be a nice approach in thinking about different systems / utopias / societies that could emerge out of these “rules”.